Innenstadt nicht barrierefrei
„SPD-Fraktion vor Ort“ im Wahlbezirk 8
Der Rundgang im Wahlbezirk rund um die Lambertikirche offenbarte den SPD-Ratsmitgliedern Josef Hartmann, Uwe Wagner und Elisabeth Wilger so manch eine Schwachstelle. So zeigten sich als Erstes die Grünanlagen am Ostwall und im nördlichen Bereich des Westwalls nicht von ihrer besten Seite. Die Hecken und Sträucher machten einen eher verwilderten Eindruck. Es wird der Frage nachgegangen werden müssen, ob die Stadtgärtnerei personell ausreichend besetzt ist. Spätestens zur geplanten Eröffnung des erweiterten EOC im Frühjahr 2012 sollte die Innenstadt sich von ihrer besten Seite präsentieren.
Angesprochen wurden die drei SPDler auch von Menschen mit Behinderungen. Man beklagte sich unter anderem darüber, dass es zum Beispiel weder am Rathaus noch an der Polizeiwache möglich sei als Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe ins Gebäude zu kommen. Am Rathaus nicht einmal, obwohl dort für viel Geld extra ein neuer Fahrstuhl eingebaut wurde. Angeblich musste erst eine Mitarbeiterin des Rathauses herauskommen und den Fahrstuhl bedienen. Ebenso beim Verlassen des Rathauses. „Das ist ja wohl nicht im Sinne des Erfinders“, so der Beschwerdeführer. Des Weiteren wurden fehlende Bordsteinabsenkungen von den Gehwegen im Bereich der Firma Ruhwinkel, Hospitalstraße bzw. Dränke festgestellt. Der nagelneue Gehweg rund um das Geschäft ist für Rollstuhlfahrer schlicht nicht passierbar. Für Nachbesserung muss gesorgt werden.
Ebenso konnte die Frage eines Touristen nach einer öffentlichen Toilette nur mit „So etwas haben wir nicht.“ beantwortet werden. Josef Hartmann findet: „Peinlich! Es muss dringend etwas passieren!“ In dem Zusammenhang sah man sich dann von außen die ehemalige Toilettenanlage am Busbahnhof Marktplatz an. Mit einem Wort: Erbärmlich! Das angrenzende, für viel Geld errichtete Wartehäuschen sieht zudem sehr heruntergekommen aus und dient wohl überwiegend nicht mehr den wartenden Kunden des ÖPNV, sondern ist eher ein Treffpunkt für „Randgruppen“. Die abgebauten Sitze stören diese Menschen nicht. Und Busfahrgäste, hierunter natürlich viele Schulkinder, trauen sich bei Regen nicht mehr, sich dort unterzustellen. Hier müssen nicht Bänke abgebaut werden, so Uwe Wagner, sondern spezielle Treffpunkte für die Menschen geschaffen werden, die im Augenblick große Schwierigkeiten haben, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Burgsteinfurt hat dies erfolgreich vorgemacht.
Es waren also viele kleine Dinge, die nicht unbedingt etwas mit dem großen Projekt der Stadtentwicklung zu tun haben, die bei der Aktion „Fraktion vor Ort“ der SPD aufgefallen sind. „Politik muss sich vor Ort eben selbst ein Bild machen“, so Elisabeth Wilger.





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